03.05.2022

Sehr geehrte Mandantinnen,
sehr geehrte Mandanten,

wie Sie vielleicht schon aus der Presse oder Informationsschreiben der Finanzverwaltung oder Gemeinden erfahren haben, ist das Jahr 2022 auch das Jahr der Grundsteuerreform.

Das Ziel der Reform soll es sein, mehr Gerechtigkeit in die Berechnung der Grundsteuer zu bringen. Die bisherigen Berechnungsgrundlagen basieren meistens auf veralteten Daten. Daher hat das Bundesverfassungsgericht im Jahr 2018 geurteilt, dass die Grundsteuer reformiert werden muss.

Als Folge werden im Jahr 2022 alle Grundstücksbesitzer von der Finanzverwaltung aufgefordert, eine Grundsteuererklärung abzugeben – und das digital. Eine Abgabe auf Papier ist nicht möglich. Das bedeutet: Jeder Eigentümer muss eine Grundsteuererklärung für jedes Grundstück abgeben.

Ab 2025 soll die Grundsteuer mit diesen Werten neu berechnet werden. Alle Grundstücke müssen nun neu bewertet werden und danach alle 7 Jahre. Dieser Grundsteuerwert soll jeweils den tatsächlichen Wert des Grundstücks wiedergeben.

Im Bundesmodell, welches z.B. in Thüringen Anwendung findet, soll der Grundsteuerwert auf Basis des Bodenrichtwerts und der statistisch ermittelten Nettokaltmiete festgestellt werden. Zudem werden die Grundstücksfläche, die Gebäudeart und das Gebäudealter berücksichtigt. Allerdings gibt es eine Länderöffnungsklausel. Das bedeutet: Die Bundesländer müssen sich nicht an das Bundesmodell halten und können davon, wie z.B. Sachsen, abweichen. Es wird also zu einem Flickenteppich an Regelungen zwischen den einzelnen Bundesländern kommen.

Die neuen Berechnungen treten für die Berechnung der Grundsteuer ab 01.01.2025 in Kraft. Bis dahin darf die alte Berechnung von den Gemeinden weiterhin angewendet werden.

Ab voraussichtlich Mitte Mai 2022 erhalten Sie von uns weitere Informationen und komfortable Hilfen, mit welchen Sie so einfach wie möglich Ihre Unterlagen zur Neubewertung der Grundstücke heraussuchen und auch digital an uns übermitteln können. Alles weitere erledigen wir für Sie. Nach derzeitigem Stand sollen die Erklärungen im Zeitraum 01.07. bis 31.10.2022 übermittelt werden.

Für Rückfragen stehen wir Ihnen gern zur Verfügung.